Log 024 - Es geht endlich los. Danke Leute

Eigentlich wollte ich einen neuen Beitrag für meinen Blog schreiben. Herausgekommen ist aber eher eine Danksagung. Ich hoffe, es stört euch, liebe Leser, nicht.


Es ist vollbracht. Ich wohne auf dem Boot.
Am 17. November 2021 bin ich in die super Ferienwohnung der Familie Schwarz gezogen. Die ist ca 300 m von der Werft entfernt und damit natürlich super für mich gelegen. Ab Ende März konnte ich in den Turm der Werft ziehen. Arbeitsweg: 10 m. da ein Praktikant dort noch wohnte. Heute am Sonntag, 17. Juli, habe ich den Turm verlassen. Ich kanns noch nicht richtig fassen.
Neun Monate sind vergangen und ich hab das Gefühl, ich habe gestern begonnen, das Boot zu renovieren. Ich bin emotional schon ein bisschen gefordert.
Ehrlicherweise kann ich es nicht mehr erwarten, Deutschland zu verlassen und ein anderes Land zu besuchen. Auch wenn es nur 40 km von hier weg ist. Ich will endlich neue Ecken dieser Welt sehen. Die vielen neuen Herausforderungen, die auf mich zukommen. Wow. Ich freu mich so sehr.
Ich bin Mal rausgefahren und habe das erste Ankermanöver erfolgreich bestanden und wir, Britti, mein Bruder und ich hatten ein super Abendessen mit Grill und allem was so dazu gehört und eine sehr ruhige Nacht in der Bucht von Großenbrode. Am nächsten Morgen ging es wieder zurück in die Werft, um die letzten Arbeiten zu erledigen. Am Donnerstag geht dann die Reise richtig los. 
 Was mich sehr freut, ist, dass mein Bruder der Erste ist, der mit mir auf Reise geht. Es ist so wunderschön und streichelt meine Gedanken und mein Herz.
Jetzt ist Mittwoch, sprich ein Tag vor der Abreise und ich bin nervös. Der Proviant ist an Bord und alle Sachen sind gut verstaut und ich denke, das Schiff ist klar zum Auslaufen. Britti ist dann ausgestiegen, um zu ihrer Veranstaltung ins Allgäu aufgebrochen. Jörg und ich fuhren nach Gedser in Dänemark und warfen den Anker vor Gedser. Ein wunderschöner Abend. Leider ging der Autopilot nicht und wir mussten zähneknirschend wieder zurück nach Großenbrode. Jetzt muss ich bis Dienstag warten, bis der neue Autopilot da ist. Nicht so geil. Aber wie ich schon vielfach in der Zeit des Refits merken durfte. Es ist, wie es ist.
Die Arche fällt auf. Jeder, der hier vorbei läuft, bleibt stehen. Viele drücken ihre Bewunderung aus und freuen sich mit mir. Mit vielen unterhalte ich mich über die Technik, meinen Plan oder meinen Mut. Den Zuspruch der Menschen interpretiere ich immer mehr als Lob für mich. Es ist ein sensationelles Gefühl. 
 Mein erstes Ziel ist Kopenhagen. Da steigt Armin aus. Zwischenrein kommt eine Bekannte von mir an Bord. Ihr kennt sie auch schon. Lika wird in den nächsten 4 Wochen einige Zeit mit mir/uns reisen. 
 Ich bin froh, die nächste Zeit ein paar Freunde an Bord zu haben. Viele Handgriffe und Verhaltensweisen benötigen noch viel Übung. Es übt sich besser, wenn man 2 Hände mehr hat.
Nächstes Jahr beginnt der Ernst des Lebens und eine neue Arbeit wird auf mich zukommen. Bin sehr gespant, ob das was wird.
 Ich bedanke mich außerordentlich bei Max. Ohne ihn wäre das nicht Möglich gewesen.
 Lieber Max, wenn du das lesen solltest. Du hast dein Leben lang Zugang zu diesem Schiff, ohne das du dich um irgendwas Kümmern musst. Versprochen.
 Das gilt auf für Marc.
Liebe Britti. Einerseits sorry, dass du hier die Nummer 2 bist. Es sind unzählige Dinge auf diesem Schiff passiert, die nie und nimmer ohne dich hier wären. Und ich meine dabei nicht die Löcher, die du in den Rumpf gebohrt hast. Deine vielen Tiere, dein Heim, dein Garten, die Liebe, deine Entspanntheit und Ruhe, die unfassbare Geduld, dein Charme und dein Humor. Ich habe noch keine Idee, wie das ohne dich die nächsten 8 Monate machen soll.
Es läge schon sehr nahe, hier den Winter zu verbringen. Zumal ich dann auch im Januar zum Skifahren in die Schweiz gehen könnte.
Nun zu euch alle, die ihr bei der Yachtwerft Klemens arbeitet. Egal als was ihr dort macht. Von der Reinigungsfrau und Mann über die Krancrew zum Schreiner und den Büroleuten. Ich bin sehr froh und überglücklich, euch alle kennengelernt zu haben.
Man kann als ein großer Kunde, wie ich es war, höchste professionelle Arbeit und Umgang erwarten. Man kann auch erwarten, dass sich alle Mitarbeiter freundlich mir gegenüber Verhalten. Aber das, was ihr mir angetan habt, ist viel mehr, als ich erwarten hätte könnte. Und ich kann, wenns sein muss, viel erwarten.
Mein Traum, auf einem Segelboot zu leben und die Welt von der Meeresseite zu besuchen, währe ohne euch nicht möglich gewesen. Ich kam als Kunde und verlasse euch als gute Bekannte und vielleicht für den einen oder anderen auch als Freund. Ich bin mir sehr sicher, dass ich euch zu vermissen werde. Für alle Menschen hier bei der Yachtwerft Klemens arbeiten, merke ich an, Vorsicht, ich komme spätestens im März 23 wieder und geh euch allen auf die Nerven. 
 Am liebsten würde ich sagen, bleibt, wie ihr seid. Aber ich weiß ja, die Welt dreht sich weiter. Wir alle Verändern und Entfalten uns. Daher sage ich auch vielen, vielen, vielen Dank und wünsche euch allen eine schöne Zeit. Wir sehen uns spätestens im März 23 wieder.
Ein spezial Danke geht natürlich an den Hannes und den Frank. Ihr zwei habt super Arbeit geleistet. Ich kann nur allen Lesern raten, wenn ihr ein Logo oder eine Webseite braucht für euer Business, dann merkt euch Brainsellers und H-Grafix.
Hallo Frau Künzel. Sie haben mit den Polstern meine Yacht ein wunderschönes Zuhause verwandelt. Alles ist in perfekter Qualität und Ausführung. Die Beratung für Farbe und Formen, die Stoffauswahl und die Lieferung sind viel mehr, als ich erwartet hätte. Sollte jemand Polster brauchen und in der Umgebung von Lübeck sein, merkt euch die Firma NoSails.
Hallo Familie. Was ich hier schreiben könnte, um das zu erklären, was ich über unseren Haufen denke und fühle, sprengt jeden Rahmen. Dazu gehören nicht nur mein Bruder, meine Schwester und meine. Da gehört mein Schwager, die ganzen Krumbacher, Brigitte, Wolfgang, Irmlind, die Osterchrists, meine Cousinen und Cousins und noch einige mehr dazu, die ich gar nicht aufzählen kann. Es ist so wunderbar, euch alle zu kennen und in meinem Herzen tragen zu dürfen. Auch ihr habt alle einen großen Anteil. Ein Teil von euch bin ich. Wer Lust und Zeit hat, kann mich gerne mal besuchen.

Hallo Muli. Wow. Jetzt wird sehr schwer für mich. Ich bin so dankbar und überglücklich, dass es dich noch gibt. Du bis mein bester Freund. Es wäre für mich eine sehr große Ehre, Dich und deine Liebsten einmal auf dem Boot begrüßen zu dürfen. Das Leben ist viel kürzer als man denkt und es passieren viel zu wenige Dinge, die man sich wirklich wünscht. Ich liebe dich.
Mir wird eben deutlich, wie viele Menschen um mich herum einen Anteil an dem haben, was ich jetzt tue. Ich merke auch gerade, dass ich nur ich bin, weil ich euch alle kenne. Jeder für sich ist ein Teil meines Lebens und meinem Ich. Ich bin der der ich bin, weil ich euch alle kenne. Viele Inspirationen, viele Erlebnisse, die krassen und tollen Sachen, die ich mit so vielen Menschen hatte, die mir so nahestehen. Wahnsinn. Es tut so gut darüber zu reflektieren. Und fühlt euch nicht unbenannt in diesem Text. Es sind so viele.
Die vielen ChaotenWGs die ich erleben durfte. Auch die, die ich selbst manchmal hatte. Die DIE PARTEI KV Fürth, RadioFürth, Asylothek, GrünerMarkt e.V., die supercoole Filtertip Crew. Die vielen Menschen in der Gustavstraße. Der Markt auf dem Waagplatz. Ein Teil vom mir vermisst euch alle sehr.
Hey, Armin und Ozzy. Die im September 21 meine ersten Gäste an Bord waren. Was für ein Vertrauen ihr hattet, einfach bei nem Typ ins Boot zu steigen, der keine Ahnung vom Segeln hat. Sensationell. Zumal ihr ja nur zum Teil wisst, was an dem Kahn für Defizite waren. Damit meine ich nicht nur meine Unkenntnis des Segelns, sondern speziell die technischen Defizite, die das Boot aufwies. Nun kann ich euch mit absoluter Beruhigung sagen, mein Kahn ist jetzt eine Yacht. Und nicht nur das, sie ist eine wunderschöne Yacht, die technisch auf einem sehr komfortablen Stand eines Einfamilienhauses mit viel Luxus 
ist. 
 Unschwer zu erkennen, das hier ist der erste Meilenstein in meinem neuen Leben. Wie lange das geht, weiß ich nicht. Das macht aber auch nichts. Ich bin gesund, nicht völlig dumm und habe offensichtlich ein gutes Händchen für nette Menschen, die sich in ihren Leben mit Passion den Aufgaben widmen, die sich ihnen stellen. Die meisten schätze ich so ein, dass sie einen Teil ihres Lebens mit ihren Träumen erleben und an deren Verwirklichung arbeiten. Wir alle könnten einen Gedanken an unser privilegiertes Leben gebrauchen. Die meisten sind gesund, Leben in einem verhältnismäßigen friedlichen Land, in dem es noch nicht an allem fehlt. Ich bin mir sicher, in den nächsten Jahren Menschen zu erleben, die nicht einmal Ansatzweise, einen solchen Traum wie den meinen träumen können. Von einer Verwirklichung völlig abgesehen. Ich hätte im Bezug auf Gleichheit und Fairness auf der Welt schon noch einige Fragen, die mit ein wenig Glück dazu beitragen können, das für die zukünftigen Generationen zu verbessern. Vielleicht fragt mich ja mal einer. Aber ich denke, ihr hättet da auch ein paar kluge Sätze parat.
Euer Thomi.

Log 23 - Der Kahn des Zorns

Hallo Leute,
jetzt mal ein kleines Update zu den vergangenen Wochen.
Nun sind fast genau 30 Tage seit meinem letzten Beitrag hier in meinem Blog vergangen, an dem ich ja das Ende der Reparaturen angekündigt hatte. 
Gestern war dann der große Tag und meine Arche hat nach 7 Monaten und 8 Tagen wieder das Wasser berührt. Auch ich war sehr berührt. 
Und was soll man sagen. Sie schwimmt.

Die letzten 4 Wochen haben wirklich einen riesigen Spaß gemacht. Es ging mit allem deutlich voran. Auch gab es keine großen Überraschungen mehr. Eine angenehme Erfahrung.
Wir bauten viel an der Elektrik, haben viele alte unbenutzt Kabel aus den Boot geholt. Ca 50 Kilo. Es wurde immer nur zugebaut, aber nie zurückgebaut. Ich finde es super, das auf diesem Weg zu lernen nicht planlos dazu zu basteln, sondern sich so viele Gedanken um die einzelnen Verbraucher zu machen. Strom muss sinnvoll abgesichert sein. Fast alle meine Geräte kann ich mit 24 Volt betrieben und brauch für (fast) nichts 230 Volt. Das beginnt beim Staubsauger, geht über die Ladegeräte von Rasierer und Zahnbürste. Ok, der Staubsauger braucht nen Akku, der nur über 230 Volt geladen werden kann. Davon habe ich aber 2 Stück und die halten ewig.
Die Arbeit am Mast verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Ein kleines Problem war die 5G/LTE Antenne, die mir mit einer Telefonkarte im Router W-Lan ins Boot zaubert. Erst wollte ich die ganz oben auf dem Mast haben, das scheitere dann leider an den zu dicken Coax-Kabel die für die Länge von 20 Meter einfach nicht in den Kabelkanal des Mastes wollten. So hab ich die 5G Antenne jetzt auf halber Höhe des Mastes etwas tiefer als mein Radar. Wie gut das dann funktioniert, muss erst in verschiedenen Situationen getestet werden.
Das wird auch das Thema der nächsten 2 Jahre. Alles so oft wie möglich testen, ausprobieren und protokollieren. Dadurch kann ich hoffentlich die richtigen Entscheidungen finden.
Ebenso hat die Reinigungsarbeit im Bootsinneren gut funktioniert und ich bin fast fertig damit. Einen Schrank hab ich übersehen. Ja, ich weiß, klingt komisch. Erkläre ich im 2. Refit-Video.
Britti hat sich um die Vorbereitungen gekümmert, um ihr Haus vermieten zu können und gleichzeitig die Vorhänge genäht und hat beim sauber machen geholfen. Läuft echt gut. Im Moment teilen wir uns den Turm an der Werft, bis der Kahn fertig ist.
Jetzt ist das Schiffchen endlich im Wasser und kommt der Bezeichnung Yacht schon viel näher. Der Mast kommt wohl am Mittwoch drauf. Glück im Unglück hatten wir natürlich auch. Denn es regnete am nächsten Morgen so stark und viele Leckagen tauchten auf. Einige konnten schnell behoben werden, andere werden wohl doch ein bisschen umfangreicher. Fenster natürlich allem voran. Einige müssen auf der Reise abgedichtet werden. Ich will hier so schnell wie möglich weg. Die dazugehörigen Ersatzteile kann ich hier in der Werft besorgen. Zumal man bei den Fenstern immer auf den nächsten größeren Regen warten muss. Mit einem Eimer Wasser lassen sie diese winzigen Löcher nicht finden. Ein paar hab ich schon behoben.
Ein wenig zornig werde ich schon ab und an, denn
 natürlich verzögert sich die Abreise dadurch. Das alles bis nächstes Wochenende fertig ist, kann man auch nicht erwarten. Aber nach wie vor sind wir auf einem sehr guten Weg. Ich kann immer nur hoffen, dass der Motor keine Zicken macht. Das ist meine größte Sorge.
Die Hochphase der letzten Woche durch das Fertigstellen vieler Baustellen und das Kranen haben mich mit den Undichtigkeiten natürlich auch wieder ein wenig zu Boden geholt. Meine Laune war gestern so halb gut.
Der Armin hat mir mein Auto abgekauft und ist von dem Nic Cave Konzert in Berlin mit dem Zug nach Großenbrode gekommen. Er hat das Kranen leider verpasst, weil sein Anschlusszug in Lübeck 5 Minuten Verspätung hatte. Sehr ärgerlich. Wir hatten dafür einen schönen und lauen Sommerabend im Cockpit bei ein paar Bier. Es kann sein, dass der etwas größere Alkoholgenuss einen Tag später seinen Beitrag an meinem Down hatte. 
Kinder, lasst die Finger vom Alk.
Die Vorbereitungen um aufs Boot zu ziehen, haben diese Woche begonnen. Ich habe noch einmal 4 Umzugskartons, die ich mitgebracht hatte, aussortiert und weggeschmissen. Heute sind die Sachen, die vorher schon auf dem Boot waren, dran. Da ist so viel Schrott dabei. Wahnsinn, was der Vorgänger alles mit sich rumgeschleppt hat. Natürlich müssen ein paar Ersatzteile sein. Aber nicht mehr in dem Umfang. Ist ja fast alles neu auf dem Kahn. 
Mal schauen, wie das jetzt weiter geht. Drückt mir die Daumen.
Zu guter Letzt habe ich für die super Zusammenarbeit und den Umfang des Auftrags sogar ein Geschenk der Yachtwerft Klemens bekommen. Das neueste und größte Funkgerät von Raymarine. Ich hatte wirklich Pippi in den Augen. Ich kann das auch wirklich nur zurückgeben. Die Menschen hier waren immer aufmerksam und entspannt. Die Atmosphäre hier ist außergewöhnlich. Wo kann man schon hingehen und alle Menschen, mit denen man sich umgibt sind super? Ich kannte das vorher nicht. Vielen Dank an Herrn Schwarz und allen seinen Mitarbeitern. Ich wünsche euch allen einen angenehmen und sicheren Job und so viel grinsen im Gesicht wie ihr alle schafft.
Danke für eure Aufmerksamkeit.

Euer Thomi

Log 22 - Ich bin kurz davor...

Hallo Leute.

Nachdem ich jetzt endlich das erste Refit Video online habe konntet ihr ja schon ein paar Eindrücke gewinnen. Ich möchte das Thema nicht so detailliert schildern. Da es Youtuber gibt, die das viel besser machen als ich. So grundlegend unterscheiden sich Segelboote auch nicht. Solltet ihr ebenfalls auf so eine Schnapsidee kommen, auf einem Segelboot zu leben, schaut besser andere Videos von anderen Youtubern. Ich kann euch auch auf Nachfrage einige Links schicken. Ihr könnt aber natürlich auch mich fragen. Nach einem halben Jahr total Restaurierung eines mit Technik vollgestopften Boots, kann ich euch schon ein paar gute Tipps geben.
Ich stehe nun kurz vor der Vollendung meiner Bauarbeiten an meiner Arche. Noch ein bisschen Elektrik, Navigationselektronik und ein paar Kleinigkeiten, einmal noch ein frisches Antifouling drauf und es kann in Wasser gehen. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Ob ich überhaupt noch weiß wie es geht mein Boot zu fahren?
Ich sitz schon abends vor meinen Unterlagen und versuche mir noch mal die Beflaggung und Betonung, Ausweichregeln und sonstige Schifffahrtsvorschriften zu pauken. Aber ich befürchte bei der Technik, die ich ab jetzt an Bord habe, überlasse ich das am besten dem Computer. Hey… Nein. Natürlich nicht. Auch wenn die moderne Navigation auf See schon sehr komfortabel ist, sollte man sich schon gut mit den Regeln und Vorschriften auskennen.
Einiges ist auch auf der Webseite passiert. Der Frank war fleißig und nun ist unter jedem Artikel ein Teilen Button für einige Plattformen. Das erleichtert mir die Arbeit beim Erstellen neuer Artikel und Videos schon sehr. Ich muss nicht auf jede Sozial-Media-Plattform einzeln und mir einen Text einfallen lassen. Und natürlich auch für euch ist es einfacher Beiträge von mir zu teilen. Auch gibt es einen Text ICH. Da hab ich versucht, einen so subjektiven Eindruck von mir zu vermitteln, wie ich nur konnte.
An der AIS-Verfolgung auf der Webseite wird noch gebastelt. Würde mich schon sehr freuen, wenn das klappt. Dann könnt ihr sehen, wo ich bin und mich auch Live Verfolgen. Die Karte findet ihr auch unter dem Reiter „ICH“
Sehr schade ist, dass ich einer guten Freundin und ihrer Familie das erste Segelabenteuer absagen musste. Nachdem sich Anfang April abzeichnete, dass ich auf keinen Fall bis Ende Mai mein Boot fertig bekomme, war ich schon ein wenig desillusioniert. Das hat auch für zwei Wochen mir die Lust verhagelt. Dann kamen auch noch ein paar Tage starke Schulterschmerzen dazu und meine Laune war im Keller. Inzwischen habe ich mich wieder gefangen und bin wieder Tag und Nacht, jedes Wochenende und die verlängerten Wochenenden natürlich auch, auf dem Boot und bastle, baue und putze.
Auch die ganzen Ausrüstungsgegenstände, Beiboot, Motor, die Polster, Rettungsinsel, Rettungswesten, Handtücher, Bettwäsche, Seifen etc. sind da. Im Moment wird der neue Traveller für den Baum montiert. Auch die neuen Winschen sind da und stehen schon an Deck. Noch ein paar Fugen für das neue Deck und das sollte es dann gewesen sein. Wow. Ich bin so voller Vorfreude.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal die liebe Britti in den Vordergrund rücken. Ich wüsste nicht, wie ich das ohne sie gewuppt hätte. Sie hat mir Trost gespendet und Freude gebracht. Die vielen Tage, die sie mit an Bord geholfen hat, sind unvergessen und unübersehbar. Liebe Britti, vielen, vielen Dank. 
Sie wird mich auch ab Ende Juni Richtung Stockholm begleiten. Dort hoffe ich, auf Lika zu treffen. Sie ist zurzeit in Island mit dem Wohmo.
Ich habe jetzt schon so viele Coole und freudvolle Menschen getroffen und ein bisschen kennengelernt, dass ich aus voller Überzeugung sagen kann: Thomi, das war genau die richtige Entscheidung für dein Leben. Selbst dann, wenn ich nach einem Jahr keinem Bock mehr auf Boot habe. Was ich mir im Moment nicht vorstellen kann. Niemals vorher habe ich so einen Drang nach Freiheit, Freude und Glück verspürt wie das letzte Jahr.

Sobald die Reise losgeht, kann ich mich viel mehr mit Filmen, Fotos, Video-Schnitt und YouTube kümmern. Ich freu mich schon drauf, schöne Drohnenflüge und die großartige Natur Schwedens aus der Vogelperspektive sehen zu können. 
Natürlich gibt es einen Film, wenn das Boot ins Wasser kommt. Dieser wird möglicherweise vor dem Refit Teil 2 online sein.
 Vielleicht bau ich das auch in die letzte Refit Episode ein. Denn ich habe im Moment sehr viel zu tun. Ich muss z.B. noch einmal meine Umzugskartons aussortieren. Das sind 12 Stück. Davon müssen mindestens 4 weg. Oder das Boot noch zu Ende putzen. Zum Glück habe ich schon die bescheidenen Ecken hinter mir. Die Bilge zum Beispiel. Danke Britti. Aber fast der ganze Salon und die Küche stehen noch an. Das muss alles diese Woche passieren. Denn nächste Woche geht es dann darum, zu prüfen, ob alles richtig funktioniert. Denn auch diese Endabnahme dauert natürlich bei dem riesigen Umfang der Umbauarbeiten.
Und dann heißt es beten. Ja, tatsächlich. Und das sage ich als absolut überzeugter Atheist. Ich bete zu mir selbst. Und Neptun. Und für einen guten Start in mein neues Leben auf meiner Arche. 
In diesem Sinne.
Bis zum nächsten Video.

Euer Thomi.

Log 021 - Hallo liebe Freunde!

Wie unschwer zu erkennen, erkennt ihr nichts. Also keine Beiträge, keine neuen Videos, nicht passiert hier. Somit wird es Zeit, euch mal auf einen aktuellen Stand zu bringen.
Vorab gleich, mir und meinem Boot geht es gut und wir beide Wachsen und Gedeihen. Mit dem Unterschied, dass ich älter werde und das Boot jünger.

Die Zeit des Renovierens geht nun nach mehr als 6 Monaten dem Ende entgegen. Ein Sprichwort unter Seglern: Bei einem Refit brauchst du die 3-fache Zeit und das doppelte Geld. Und ja, beinahe stimmt das auch bei mir.
Eine kleine Auflistung?
Neues Deck, alle Pumpen getauscht, neue Elektrik, neue Elektronik, neue Polster, neue Betten, neue Heizung, neue Seeventile, neue Fensterrahmen, Motor überholt, das gesamte Frischwassersystem ist praktisch neu, neues Profil für die Genua, der Mast ist überholt, das Laufende Gut ist getauscht, alle Leinen sind neu, die Wanden wurden getauscht. Und das krasseste überhaupt, Es wurde die Inneneinrichtung ausgebaut und grundgereinigt. Bei den Winschen angefangen, alle Holzverkleidungen abgeschraubt bis hin zur Eckbank.
Man kann eigentlich sagen, das Boot ist neu außer der Motor.
 Keine Sorge, die Löcher die ich ins Boot gebohrt habe sind über der Wasserlinie. Im Gegenzug sind aber auch viele Löcher gestopft worden. Die meisten unter der Wasserlinie.
Auf diesem langen Weg und der Zeit, die ich hier oben im Norden verbracht habe, bin ich nicht alleine geblieben. Neben dem sehr guten Bootsbauer aus der Yachtwerft Klemens, der auf den Namen Max hört, habe ich schon letztes Jahr die liebe Britti kennengelernt. Ohne sie wäre einiges nicht möglich und vieles viel anstrengender und hätte noch um einiges mehr Zeit und Geld in Anspruch genommen. Von der superschönen Zeit die ich mit ihr bisher verbringen durfte nicht gesprochen. Der Garten, die Tiere, einfach alles… Wow. Ich bin überwältigt von dir.
Auch habe ich hier einen Elektroingenieur kennengelernt, der mir einen neuen Elektrikplan für mein Boot macht. Seine Yacht liegt hier in der Marina. Das ist der letzte Baustein einer langen, laaaangen Liste der Reperaturen.
Über Instagram habe ich Lika kennengelernt. Ehemalige Goldschmiedin aus Berlin, die auch (fast) alles verkauft hat und nun mit ihrem Bulli auf Reise ist. Sie hat den Maschinenraum mit der Zahnbürste geputzt. Das ist so krass. Danke, liebe Lika. Ich freu mich dich hoffentlich in ein paar Monaten in Stockholm sehen zu können und einige Zeit mit dir zu segeln. Du bist echt spitze.
Ein Deutsch-Schotte namens David kommt extra aus Inverness nach Deutschland geflogen, um mir das Segeln beizubringen. Das sind mal eben so 500 km Luftlinie und ca 2000 km gesamte Reise und das nur in eine Richtung.
Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es solche Menschen gibt und wenn, dann sind das so wenige, dass ich sie wahrscheinlich nie treffen werde. Aber das stimmt nicht. Es gibt ganz offensichtlich viel mehr Menschen, die offenen Geistes und offenen Herzens in der Welt umherlaufen und einfach Lust und Laune haben, neue Welten kennenzulernen und dafür auch anzupacken.
All diesen Menschen, die mir nicht nur wohlgesonnen sind, sondern außerordentlich geholfen haben und auch noch viel helfen, möchte ich ein riesiges Dankeschön an den Kopf werfen. Ich mein Bildlich, oder eine Schoenescheise Karikatur.
Leider musste ich meinen ersten „Gästen“ absagen, weil ich das Schiff nicht zu dem Termin fertig gebracht habe, den ich mir vorgestellt hatte. Das tut mir so unendlich leid. Ich hoffe sehr liebe M. aus N. du verzeihst das und kommst ein anderes Mal.
Denn im Moment sieht es so aus, als würde ich noch 4-6 Wochen an dem Boot rumschrauben und somit erst Mitte Juni fertig sein. Da sind dann aber noch keine Testfahrten, Justagen und Dichtigkeitsprüfungen etc. gemacht worden. Da ist noch nicht einmal gesagt, ob ich den Windgenerator und die Solarzellen schon drauf habe. Möglicherweise kommt das erst zum Herbst dran. Mal schauen.
Ach ja, mein cooler Magma Grill hängt auch noch nicht an der Reling, aber das Loch für den Gasanschluss ist schon am Heck im Spiegel.
Alles in allem habe ich viel Grinsen im Gesicht trotz der vielen Arbeit. Aber ich verspreche euch allen, das hat sich gelohnt. Wenn das Boot fertig ist, ist es ein echtes Traumschiff und wird für alle, die es sich leisten können, ein wunderschönen Urlaub bescheren. Damit meine ich jetzt nicht mich und das Boot (ja gut auch), sondern dazu gehört eine weite An- und Abreise, Zeit, Muse und die Möglichkeit dazu. Das sind alles Dinge, die man nicht umsonst bekommt und auch nicht immer mit Geld bezahlen kann. Manchmal steht man sich auch selbst im Weg. Kenn ich selbst gut. 

Schaut auf meinen Instagram-Kanal. Da gibt es immer Bilder vom Fortschritt des Refits. Auch kann man in meine
Signal Gruppe kommen (bitte eine PN schicken), wenn man etwas tiefer in die ganze Materie tauchen möchte. Da geht es nicht nur um das Schiff. Da geht es von Drohnen über Elektrik, von Vorhänge bis zu Schlauchverlegung.
Daher geht der Spezial-Thx auch an alle in dieser Gruppe. Ihr alle hattet und habt einen riesigen Beitrag geleistet, um das, was ich da gerade versuche.
Ich würde euch noch alle Bitten, meinen YouTube-Kanal zu abonnieren, jedes Video zu Liken und einen Kommentar zu hinterlassen.
Dann gibt es natürlich auch noch Patreon. Da kann man mir auch Geld für meine Arbeit an diesem Blog oder für die YouTube-Filme und meinen Instagram Account spenden. Na ja, also ab dann, wenn ich es schaffe, regelmäßigen Content zu erzeugen. Vorher wäre es auch echt Quatsch. Aber keine Sorge, ich erinnere euch daran schon noch mal.
An dieser Stelle, vielen Dank für das Lesen, euer Interesse und eure Hilfe.
Euer Thomi

Episode 21 - Hobbitland

just for the aspect ratio of the video

Mal was anderes als Segeln. Aber ich verspreche, in den nächsten 3 Wochen wird es wieder ein Segelboot-Video geben.
Das war mein erster Skitag. Leider wird das auch einer der wenigen im Neuschnee sein. Der Wetterbericht sagt die nächsten 1,5 keinen Schneefall voraus.
Viel Spaß beim ansehen.